frei sehen. ENTWERTER/ODER. Sonderausgabe Fotografie

2014-09-08

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frei sehen

Mit einem Vorwort der Herausgeber
und Texten von Jörg Sperling und Piotr Olszówka
Mit 41 Originalfotografien von
Thomas Anschütz, Claus Bach, Ingrid Behm, Nora Bibel, Micha Brendel,
Kurt Buchwald, Kai-Olaf Hesse, André Kirchner, Peter Oehlmann, Marek Pozniak,
Joachim Richau, Hans-Christian Schink, Erasmus Schröter, Sabine Schründer,
Maria Sewcz, Frank Silberbach, Karen Stuke, Peter Thieme, Natalie Toczek,
Viola Vassilieff und Yunyi Liu

Entwerter/Oder
Sonderausgabe

Vorwort der Herausgeber

Fünfzehn Jahre nach Erscheinen der letzten Sonderausgabe Fotografie von Entwerter/Oder fragten wir uns, ob es nicht an der Zeit sei, hier erneut anzuknüpfen und mit aktuellen fotografischen Positionen eine Fortsetzung zu organisieren.
Am Eröffnungsabend der Ausstellung „30 jahre entwerter/oder“ im März 2012 befragten wir hierzu die zahlreich anwesenden Fotografinnen und Fotografen.

Die positive Resonanz, die wir dabei erfuhren, bewog uns, das Projekt in Angriff zu nehmen.
Der Titel dieser Edition heißt „frei sehen“. Für uns bedeutet das, neben der (unausgesprochenen) Forderung nach der gesellschaftlichen und politischen Selbstvergewisserung als Individuum, die ästhetischen Konventionen des Mediums Fotografie immer wieder zu hinterfragen, den Bildroutinen aus dem Weg zu gehen und der Suche nach neuen thematischen und bildnerischen Ansätzen Raum
zu geben. D. h. auch, die Aufgeschlossenheit gegenüber der Welt so offen zu halten, um sie mit den eigenen Augen ständig neu zu sehen, oder besser, neu sehen zu können. Dabei einem arabischen Sprichwort folgend, dass das Auge nur wahrnehmen kann, was der Geist zu sehen imstande ist.
Ist das Foto ein Instrument unseres Denkens? Gibt es ein freies Bild, wenn doch die darin gebundene Freiheit nie absolut ist? Setzt uns die Technik Grenzen? Sind wir gebunden an unsere eigene Geschichte, unsere Kultur, Erziehung usw. und damit an unsere Urteile und Vorurteile, die schließlich immer mitzudenken sind?
Gleichzeitig schien uns das Thema „frei sehen“ offen genug, um unterschiedliche aber für uns spannende Positionen in einer Edition vereinen zu können.
Unsere eigene Erfahrung im Umgang mit dem Medium in den letzten Jahren als Produzenten, Kuratoren, Konsumenten und Lehrer ließ unter den obigen Fragestellungen zügig eine Liste mit Namen entstehen. Diese war nicht zufällig generationenübergreifend, dem Purismus bestimmter Bildlösungen gern folgend, aber diesen nicht als verpflichtenden Maßstab setzend (Offenheit auch hier).
Die von uns eingeladenen Fotografinnen und Fotografen zeichnet die offene Arbeitsweise aus.
Sie haben sich unser Thema zu eigen gemacht. Wir haben miteinander als auch über einzelne Vorschläge
diskutiert und immer einvernehmlich Lösungen gefunden.
Es waren unsere und ihre Vorstellungen die das Resultat, so wie es vorliegt, ausmachen.
Unsere Edition, präsentiert in einer Kassette mit einem Begleitheft, umfasst einundvierzig signierte
und nummerierte Arbeiten von einundzwanzig Fotografinnen und Fotografen.
Peter Thieme und Uwe Warnke
Berlin, im Mai 2014

PARADIGMA PLAGWITZ

2014-04-08

 

20140406 TITEL KATALOG

Titelseite des Katalogs zur Ausstellung

 

PARADIGMA PLAGWITZ

Fotografien 1984 bis 1996 von Harald Kirschner, Bertram Kober, Thilo Kühne, Hans-Christian Schink, Helfried Strauß, Peter Thieme und Ulrich Wüst

Man muss sich beeilen, wenn man etwas sehen will, alles verschwindet. Paul Cezanne

Was war das Besondere an Plagwitz, dem Industrieviertel im Westen der sächsischen Stadt Leipzig? „Schwarze“ Industrien, in denen die Zeit stehengeblieben schien, existierten überall in der ehemaligen DDR.
Plagwitz war ein „Museum der Arbeit“, ein Ort, der sich aus einer vergangenen Zeit herübergerettet hatte, der nicht in den Modernisierungswellen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verschwunden war. Als Standort für Maschinen- und Anlagenbau und Textilherstellung hatte Plagwitz überlebt. Produktionsstätten und Wohnhäuser standen dicht aneinander, nicht abgegrenzt und ineinander verwoben. Die schrundig gewordenen Fabrikgebäude stammten aus der Gründerzeit und den Jahrzehnten danach. Die Metropole im Osten ahnte man hinter dem Rauch aus den vielen Essen.
Der Zug der Zeit war an Plagwitz vorbeigefahren.
Das machte Plagwitz einzigartig. Hier waren Vergangenheit und Gegenwart gleichzeitig zu besichtigen.
Wer sprach da von Zukunft?

1989 war der sozialistische Gesellschaftsentwurf am Ende. Es war auch die wachsende Unzufriedenheit über die anachronistischen Arbeits- und Lebensverhältnisse in Plagwitz, die mit zu den Demonstrationen des Leipziger Herbstes 1989 führte, dem Ausgangspunkt der Friedlichen Revolution in der DDR.

Nach der Einführung der Deutschen Mark im Juli 1990 war der Großteil der Betriebe nicht mehr konkurrenzfähig. Tausende Arbeitsbiografien wurden unterbrochen oder beendet. Plagwitz war zur Kulisse eines Industriestandorts geworden.
In dieser Zeit entstanden die in der Ausstellung vorgestellten Werke und Werkgruppen. Die Fotografen verband der Gedanke, unvoreingenommen und vorurteilslos sachlich die Wandlungen, die hier stattfanden, zu verstehen und in ihren Arbeiten zu reflektieren.
Gegen die Zeit fotografierten sie die Spuren einer Vergangenheit, die bald von der Zukunft gefressen werden würden: Augenblicke der Geschichte eines Jahrhunderts.
Nichts würde bleiben, wie es ist.

25 Jahre später ist Plagwitz ein attraktiver Standort für Kunst, Kultur und Dienstleistungen mit überwiegend junger Bevölkerung.

Die Fotografen:
Harald Kirschner. Verwaiste Arbeitsplätze. 1991 / Schmiede. 1990 / Asphalt. 1990-1992. www.harald-kirschner.de

Bertram Kober. Famos abgewickelt. 1990. www.bertramkober.de

Thilo Kühne. Handarbeit. 1992 / Plagwitz 1984-1986. www.fotoplusdesign.de

Hans-Christian Schink. Industriearchitektur in Plagwitz. 1992-1997. www.hc-schink.de

Helfried Strauß. Panoramen. www.helfriedstrauss.com

Peter Thieme. Plagwitz. 1990-1991. www.peterthieme.com

Ulrich Wüst. Plagwitz, Oktober 1989. www.ulrichwuest.de

Die Ausstellung wird kuratiert von Peter Thieme, Berlin.
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Ausstellung vom 05. April bis 27. April 2014
im Tapetenwerk Leipzig, Lützner Straße 91, Halle C01
www.tapetenwerk.de

Vernissage: Freitag, den 04. April 2014 um 19 Uhr
Öffnungszeiten: Mi bis Sa, 14 bis 18 Uhr

 

Eröffnungsrede von T.O. Immisch. Moritzburg Halle/S. © Bertram Kober

Eröffnungsrede von T.O. Immisch. Moritzburg Halle/S. © Bertram Kober

Eröffnung der Ausstellung © Berttram Kober

Eröffnung der Ausstellung © Berttram Kober

Eröffnung der Ausstellung © Bertram Kober

Eröffnung der Ausstellung © Bertram Kober

 

DER NEUE LANDTAG BRANDENBURG IN POTSDAM

2014-01-21

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Plenarsaal, 18. Januar 2014
Plenarsaal, 18. Januar 2014

Nach dreieinhalb Jahren Bauzeit wurde am 18. Januar in Potsdam der Neue Landtag Brandenburg übergeben.
Das Gebäude entstand in den äusseren Formen des früheren Stadtschlosses, im Inneren dient es modern und klar
den Funktionen eines heutigen Parlamentsgebäudes.
Seit Juli 2010 entstanden dafür ca. 10.000 Fotografien der Geschwister Barbara und Peter Thieme.
Jetzt ist auch der Bildband zum Bauwerk erschienen und demnächst wird als weitere Publikation eine umfassende Baudokumentation erscheinen.

brennweite III

2012-12-13

Elf Fotografen aus Italien, Tschechien, Frankreich, der Slowakei, Polen und Deutschland sind zehn Jahre nach ihrer ersten Begegnung mit der Lausitz nach dem Braunkohlebergbau wiedergekommen und haben eine Woche lang den heutigen Zustand interpretiert.

 

 
Großräschener See, ehemaliger Tagebau Meuro. 20. September 2012

KUNSTTURNER in Magdeburg-Buckau

2012-04-10

 

 

E/O 1982 – 2012

2012-03-19

 

DAS STILLE RÜGEN

2011-09-11

Ausstellung in Lübeck vom 23. September bis 23. Oktober 2011

 

Lichtenberger Veduten

2011-08-12

Ausstellung im Museum im Stadthaus in der Türrschmittstraße 24 (Berlin-Lichtenberg).

27. August bis 11. September 2011

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