VORLAND

Bergbauschutzgebiet in Süden von Leipzig. 1989

Der Anlass zu dieser Arbeit ergab sich 1987. Damals wohnte ich in Markleeberg, einer Stadt, die unmittelbar an der
Südgrenze Leipzigs liegt. An einem warmen Abend im Frühsommer wollte ich zwei Studienfreunden von der HGB
den vom Auwald umgebenen Wolfswinkelsee zeigen. Der Wald war verschwunden.
Einige Recherchen bei Bekannten, die sich in Umweltgruppen engagierten, brachten Informationen über den geplanten Fortschritt des Tagebaus Cospuden, der vom Braunkohlekombinat Borna betrieben wurde und sich in den nächsten Jahren bis an den Südrand von Leipzig erstrecken sollte. Die Terrains waren schon abgesteckt und ein Natur- und Wasserschutzgebiet wurde zum Bergbauschutzgebiet. Die Devastierung hatte begonnen und ihr war bereits der Wald am Wolfswinkelsee zum Ofer gefallen.
Erste Fotografien wurden 1988 in einer Galerie im Romanushaus und in einer Ausgabe der von Karim Saab herausgegebenen Untergrundzeitschrift „Anschlag“ veröffentlicht.
Im Frühjahr 1989 hatte ich eine schlüssige Form für dieses Thema gefunden. Ich fotografierte eine Landschaft, die sich sowohl im Übergang wie im Wartestand befand. Weil ich ein weiches Licht wollte, stand ich vier Wochen lang jeden Morgen um viertel vor Drei auf und fuhr mit der ersten Straßenbahn nach Markkleeberg. Am Ende lag eine Arbeit vor, die 16 topographische Fotografien dieser Landschaft und zweimal vier Aufnahmen von Bodenspuren vereinte.
Einige Monate später änderte sich die politische Situation in der DDR grundlegend, die Planungen für den Vortrieb des Tagebaus Cospuden wurden gestoppt.
1990 wurde die Arbeit VORLAND mit dem Kunstpreis Ökologie der AEG ausgezeichnet.

zurück // zur Galerie