frei sehen. ENTWERTER/ODER. Sonderausgabe Fotografie

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frei sehen

Mit einem Vorwort der Herausgeber
und Texten von Jörg Sperling und Piotr Olszówka
Mit 41 Originalfotografien von
Thomas Anschütz, Claus Bach, Ingrid Behm, Nora Bibel, Micha Brendel,
Kurt Buchwald, Kai-Olaf Hesse, André Kirchner, Peter Oehlmann, Marek Pozniak,
Joachim Richau, Hans-Christian Schink, Erasmus Schröter, Sabine Schründer,
Maria Sewcz, Frank Silberbach, Karen Stuke, Peter Thieme, Natalie Toczek,
Viola Vassilieff und Yunyi Liu

Entwerter/Oder
Sonderausgabe

Vorwort der Herausgeber

Fünfzehn Jahre nach Erscheinen der letzten Sonderausgabe Fotografie von Entwerter/Oder fragten wir uns, ob es nicht an der Zeit sei, hier erneut anzuknüpfen und mit aktuellen fotografischen Positionen eine Fortsetzung zu organisieren.
Am Eröffnungsabend der Ausstellung „30 jahre entwerter/oder“ im März 2012 befragten wir hierzu die zahlreich anwesenden Fotografinnen und Fotografen.

Die positive Resonanz, die wir dabei erfuhren, bewog uns, das Projekt in Angriff zu nehmen.
Der Titel dieser Edition heißt „frei sehen“. Für uns bedeutet das, neben der (unausgesprochenen) Forderung nach der gesellschaftlichen und politischen Selbstvergewisserung als Individuum, die ästhetischen Konventionen des Mediums Fotografie immer wieder zu hinterfragen, den Bildroutinen aus dem Weg zu gehen und der Suche nach neuen thematischen und bildnerischen Ansätzen Raum
zu geben. D. h. auch, die Aufgeschlossenheit gegenüber der Welt so offen zu halten, um sie mit den eigenen Augen ständig neu zu sehen, oder besser, neu sehen zu können. Dabei einem arabischen Sprichwort folgend, dass das Auge nur wahrnehmen kann, was der Geist zu sehen imstande ist.
Ist das Foto ein Instrument unseres Denkens? Gibt es ein freies Bild, wenn doch die darin gebundene Freiheit nie absolut ist? Setzt uns die Technik Grenzen? Sind wir gebunden an unsere eigene Geschichte, unsere Kultur, Erziehung usw. und damit an unsere Urteile und Vorurteile, die schließlich immer mitzudenken sind?
Gleichzeitig schien uns das Thema „frei sehen“ offen genug, um unterschiedliche aber für uns spannende Positionen in einer Edition vereinen zu können.
Unsere eigene Erfahrung im Umgang mit dem Medium in den letzten Jahren als Produzenten, Kuratoren, Konsumenten und Lehrer ließ unter den obigen Fragestellungen zügig eine Liste mit Namen entstehen. Diese war nicht zufällig generationenübergreifend, dem Purismus bestimmter Bildlösungen gern folgend, aber diesen nicht als verpflichtenden Maßstab setzend (Offenheit auch hier).
Die von uns eingeladenen Fotografinnen und Fotografen zeichnet die offene Arbeitsweise aus.
Sie haben sich unser Thema zu eigen gemacht. Wir haben miteinander als auch über einzelne Vorschläge
diskutiert und immer einvernehmlich Lösungen gefunden.
Es waren unsere und ihre Vorstellungen die das Resultat, so wie es vorliegt, ausmachen.
Unsere Edition, präsentiert in einer Kassette mit einem Begleitheft, umfasst einundvierzig signierte
und nummerierte Arbeiten von einundzwanzig Fotografinnen und Fotografen.
Peter Thieme und Uwe Warnke
Berlin, im Mai 2014

08. September 2014 von peter_o
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